Marder sind geschickte Kletterer und können ein Dach über unterschiedliche Wege erreichen. Raue Fassaden, Fallrohre, Dachrinnen, angrenzende Gebäudeteile, Kletterpflanzen oder Bäume in Hausnähe können dabei als Aufstiegshilfe dienen. Ist das Dach erreicht, sucht das Tier nach einer geeigneten Öffnung, über die es in geschützte Bereiche gelangen kann.
Deshalb ist die Stelle, an der ein Marder auf dem Dach gesehen wird, nicht zwangsläufig auch sein Einstieg in das Gebäude. Wer einen möglichen Zugang finden möchte, sollte sowohl den Weg vom Boden zum Dach als auch Übergänge und Öffnungen im Dachbereich betrachten.
Können Marder Hauswände hochklettern?
Ja. Vor allem raue und strukturierte Fassaden können einem Marder ausreichend Halt zum Klettern geben. Vorsprünge, Fugen und andere Unebenheiten erleichtern den Aufstieg zusätzlich. Auch begrünte Fassaden können wie eine Kletterhilfe wirken.
Eine glatte, vollkommen grifflose Fläche ist schwieriger zu überwinden als Mauerwerk, Fachwerk oder eine Fassade mit gut erreichbaren Vorsprüngen. Deshalb muss bei der Suche nach dem tatsächlichen Aufstiegsweg immer die konkrete Gebäudesituation betrachtet werden.
Fallrohre als Weg zum Dach
Regen- und Fallrohre verlaufen vom Boden unmittelbar bis zum Dachbereich und können deshalb eine mögliche Aufstiegsroute darstellen.
Dabei muss ein Marder nicht zwangsläufig ausschließlich am Rohr selbst klettern. Auch der schmale Bereich zwischen Fallrohr und Hauswand sowie Befestigungen oder angrenzende Bauteile können Halt bieten.
Am oberen Ende gelangt das Tier in den Bereich von Dachrinne und Dachkante. Von dort aus kann es sich entlang des Daches weiterbewegen.
Wer wiederholt Spuren an einem Fallrohr oder in dessen Umgebung feststellt, sollte deshalb auch den darüberliegenden Dachbereich kontrollieren.
Dachrinnen und Dachkanten als Laufwege
Hat ein Marder die Dachhöhe erreicht, können Dachrinne, Traufe und andere Kanten als Verbindung zu weiteren Bereichen dienen.
Das bedeutet: Der Aufstiegspunkt und die spätere Eintrittsstelle können deutlich auseinanderliegen. Ein Marder kann beispielsweise an einer Seite des Gebäudes nach oben gelangen und sich anschließend entlang der Dachkante zu einer geeigneten Öffnung bewegen.
Bei der Suche nach Zugängen reicht es deshalb nicht aus, nur den Bereich unmittelbar über einer beobachteten Kletterstelle zu betrachten.
Können Marder über Bäume aufs Dach gelangen?
Auch Bäume in unmittelbarer Nähe eines Hauses können einen Zugang zum Dach erleichtern. Äste, die nahe an Dach, Garage oder anderen Gebäudeteilen liegen, können den Weg erheblich verkürzen. Steinmarder können außerdem springen und dadurch kleinere Abstände zwischen Baum und Gebäude überwinden.
Entscheidend ist nicht allein, ob ein Baum das Dach direkt berührt. Auch erreichbare Zwischenpunkte können eine Rolle spielen.
Deshalb sollten bei der Suche nach möglichen Aufstiegswegen nicht nur die Hauswand, sondern auch Bäume und andere Strukturen unmittelbar am Gebäude betrachtet werden.
Garagen, Carports und Anbauten können den Aufstieg erleichtern
Nicht jeder Marder muss vom Boden bis zum Hauptdach klettern. Niedrigere Gebäudeteile können Zwischenstationen bilden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Garagen,
- Carports,
- Vordächer,
- Anbauten,
- Schuppen,
- Mauern oder andere erhöhte Bereiche.
Von dort kann der Weg auf ein höher gelegenes Dach erheblich kürzer sein.
Bei miteinander verbundenen Gebäudeteilen sollte deshalb der gesamte mögliche Laufweg betrachtet werden und nicht nur die Fassade des Hauptgebäudes.
Kletterpflanzen und Rankhilfen an der Fassade
Efeu, andere kräftige Kletterpflanzen und Rankgerüste können zusätzliche Strukturen an einer Hauswand schaffen. Dadurch entstehen Haltemöglichkeiten, die den Aufstieg erleichtern können.
Bei einer dicht begrünten Fassade ist außerdem schwieriger zu erkennen, welche Bereiche ein Tier tatsächlich nutzt. Hinweise wie wiederkehrende Laufspuren oder andere Beobachtungen können deshalb bei der Einordnung hilfreich sein.
Wie gelangt der Marder vom Dach ins Gebäude?
Auf dem Dach angekommen, benötigt der Marder noch eine geeignete Eintrittsstelle, wenn er einen Dachraum oder Hohlraum nutzen möchte.
Mögliche Schwachstellen können beispielsweise sein:
- lockere oder beschädigte Dachziegel,
- Maueröffnungen,
- ungesicherte Belüftungsöffnungen,
- beschädigte Bereiche an Dachfenstern,
- Spalten und Übergänge zwischen Dach und Fassade,
- andere vorhandene Öffnungen im Dachbereich.
Behördliche Informationen weisen ebenfalls darauf hin, dass unter anderem Mauerlöcher, Belüftungsschlitze, defekte Dachfenster und lockere Dachziegel als Einstiegsmöglichkeiten dienen können.
Welche Öffnung tatsächlich genutzt wird, lässt sich deshalb nicht allein anhand ihrer Position beurteilen.
Wie groß muss ein Marderloch sein?
Marder können auch vergleichsweise kleine vorhandene Öffnungen nutzen. Eine Öffnung muss nicht so groß erscheinen, dass man auf den ersten Blick mit einem Tier als Nutzer rechnet.
Gerade an schwer einsehbaren Übergängen des Daches können deshalb Zugänge übersehen werden. Hinzu kommt, dass lockere Bauteile oder Dachziegel unter Umständen beweglich sind und damit einen Zugang ermöglichen können.
Für die Praxis ist es sinnvoller, mögliche Schwachstellen systematisch zu prüfen, als sich ausschließlich auf ein festes Maß für eine vermeintlich zu kleine oder ausreichend große Öffnung zu verlassen.
Woran lässt sich der Aufstiegsweg erkennen?
Ein Marder wird nicht immer genau in dem Moment beobachtet, in dem er auf das Dach klettert. Deshalb kann es notwendig sein, mehrere Hinweise zusammenzuführen.
Möglich sind beispielsweise:
- wiederholte Sichtungen an derselben Hausseite,
- Pfotenabdrücke,
- Haare,
- Laufspuren,
- auffällige Bereiche an Fallrohren oder Fassaden,
- wiederkehrende Geräusche aus demselben Dachbereich,
- erkennbare Öffnungen oder verschobene Bauteile.
Allgemeine Hinweise zu Pfotenabdrücken, Haaren, Geruch und weiteren Anzeichen finden Sie unter Marderspuren erkennen.
Ein Marder auf dem Dach bedeutet nicht automatisch einen Dachbodenbefall
Wird ein Marder auf einem Dach gesehen, bedeutet das noch nicht automatisch, dass er auch im Gebäude lebt.
Das Tier kann das Dach lediglich als Laufweg nutzen. Erst weitere Hinweise wie regelmäßig auftretende Geräusche, Kot, Geruch oder Schäden im Dachbereich sprechen dafür, dass ein geschützter Gebäudeteil tatsächlich genutzt werden könnte.
Besteht der Verdacht, dass sich bereits ein Tier im Dach, Dachstuhl oder Dachboden aufhält, finden Sie Hinweise zum weiteren Vorgehen unter Marder im Dach und auf dem Dachboden.
Zugangswege nicht vorschnell verschließen
Eine gefundene Öffnung sollte nicht allein deshalb sofort geschlossen werden, weil sie als möglicher Marderzugang infrage kommt.
Wenn ein Gebäudebereich bereits genutzt wird, muss zunächst ausgeschlossen werden, dass sich noch ein Tier oder Nachwuchs darin befindet. Andernfalls kann ein Tier eingeschlossen beziehungsweise ein Muttertier von Jungtieren getrennt werden. Auch behördliche Informationen warnen davor, einen vorhandenen Zugang zu verschließen, solange sich ein Marder noch im Gebäude befinden kann.
Besteht bereits ein konkreter Dachbodenbefall, gehört das weitere Vorgehen deshalb zur Marderabwehr im Dach und Dachboden.
Aufstiegsweg und Eintrittsstelle gemeinsam betrachten
Für eine dauerhafte Gebäudesicherung müssen zwei unterschiedliche Fragen beantwortet werden:
- Wie gelangt der Marder überhaupt auf das Dach?
- An welcher Stelle gelangt er anschließend in das Gebäude?
Ein Fallrohr kann beispielsweise der Aufstiegsweg sein, während sich die eigentliche Eintrittsstelle an einer anderen Dachseite befindet. Ebenso kann ein Tier über einen Baum oder einen Anbau auf das Dach gelangen und erst dort eine vorhandene Schwachstelle finden.
Deshalb sollte die Gebäudekontrolle nicht bei der ersten auffälligen Stelle enden.
Wenn der Marder bereits im Dach ist
Geräusche, Kot, Geruch, beschädigte Dämmung oder andere Hinweise auf eine regelmäßige Nutzung des Dachbereichs gehen über die reine Frage nach dem Aufstiegsweg hinaus.
In diesem Fall müssen Befallsort, mögliche Zugänge, Vergrämung und anschließende Sicherung gemeinsam betrachtet werden. Hinweise dazu finden Sie unter Marder im Dach und auf dem Dachboden.
Die allgemeine Vorgehensweise einer professionellen Gebäudesicherung finden Sie außerdem unter Marderabwehr.
Häufige Fragen: Wie kommen Marder aufs Dach?
Können Marder eine Hauswand hochklettern?
Ja. Raue, strukturierte oder begrünte Fassaden können einem Marder ausreichend Halt bieten. Auch Vorsprünge und andere Unebenheiten können den Aufstieg erleichtern.
Können Marder Fallrohre hochklettern?
Fallrohre und die angrenzende Fassade können als Aufstiegsweg zum Dach dienen. Deshalb gehören Regenrohre zu den Bereichen, die bei der Suche nach möglichen Kletterwegen geprüft werden sollten.
Können Marder über Bäume auf ein Dach gelangen?
Ja. Bäume und Äste in unmittelbarer Nähe können als Zugang dienen. Auch ein kleiner Abstand zum Dach schließt einen Übergang nicht grundsätzlich aus, da Steinmarder springen können.
Wo kommen Marder ins Dach?
Mögliche Eintrittsstellen sind unter anderem vorhandene Maueröffnungen, Belüftungsschlitze, beschädigte Dachfenster und lockere Dachziegel. Die tatsächliche Eintrittsstelle kann sich deutlich vom Aufstiegsweg unterscheiden.
Soll man einen gefundenen Zugang sofort verschließen?
Nein. Zunächst muss geprüft werden, ob sich bereits ein Tier oder Jungtiere im Gebäude befinden. Zugänge dürfen nicht so verschlossen werden, dass Tiere eingeschlossen oder Mutter und Nachwuchs getrennt werden.
Was tun, wenn der Marder bereits auf dem Dachboden ist?
Dann geht es nicht mehr nur um die Frage, wie das Tier auf das Dach gelangt. Befallsort, Vergrämung und Gebäudesicherung müssen gemeinsam betrachtet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Marder im Dach und auf dem Dachboden.
Bewertungen
Mardervergrämung mit Nachbesserung
Nachdem jetzt einige Zeit vergangen ist muss ich jetzt meine Rezession schreiben. Wir haben die Fa. Bischof zur Mardervergrämung und zur anschließenden Verschließung beauftragt gehabt. Anfang Juni wurde der Auftrag bei uns erledigt. Leider meinte der Marder ende Juli er müsste weiterhin bei uns leben. Nach einem kurzen und freundlichen Telefonat wurde zeitnah bei uns etwas nachgebessert und seitdem ist Ruhe. Endlich können wir wieder ruhig schlafen. Ich bedaure nur dass wir so lange mit dem Auftrag gewartet haben. Ich kann die Fa.Bischof nur weiterempfehlen.


